Wehr- und Kriegsdienstverweigerung

Mit der Neuregelung des Wehrdienstes ab dem Jahr 2026 hat die Evangelisch-reformierte Kirche wieder eine Stelle für die Beratung von Menschen eingerichtet, die den Wehrdienst verweigern wollen.

Hier werden alle Menschen beraten, die sich mit der Frage beschäftigen, ob sie den Wehrdienst aus Gewissengründen verweigern wollen - und wie dazu die aktuellen Regelungen sind. Alle Beratung erfolgt selbstverständlich vertraulich.

Bert Gedenk vermittelt auch Kontakt zu anderen Formen des Freiwilligendienstes.


Beratungsstelle für Wehr- und Kriegsdienstverweigerung

Bert Gedenk (Foto: Ulf Preuß)

Pastor Bert Gedenk

Fanny-Hensel-Str. 3
26721 Emden
Telefon: 04921 – 226 70
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Information

„Mit dem neuen Wehrdienstgesetz, das seit Januar gilt, werden sich mehr jungen Menschen die Frage stellen, ob sie einen Wehrdienst mit der Waffe leisten wollen“, meint Bert Gedenk. Er will den Menschen beistehen, die vom grundgesetzlich garantierten Recht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch machen wollen. Für ihn steht der Satz aus dem Grundgesetz im Mittelpunkt seiner Beratung: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ (Artikel 4, Absatz 3 Grundgesetz).

Die Beratung richtet sich auch an aktive Soldatinnen und Soldaten sowie Reservistinnen und Reservisten, die nicht in den Kriegseinsatz wollen.

Hintergrund des Wehrdiensterneuerungsgesetzes ist, dass die Bundeswehr ihre Streitkräfte bis 2035 auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten sowie 200.000 Reservistinnen und Reservisten aufstocken will. Alle jungen Männer und Frauen eines Jahrgangs, die 18 werden, erhalten darum seit diesem Jahr Post von der Bundeswehr mit den Zugangsdaten zu einer Online-Befragung. Damit will die Bundeswehr Motivation und Eignung der Angeschriebenen für den Dienst in den Streitkräften ermitteln. Männer müssen den Fragebogen beantworten, für Frauen ist es freiwillig. Gelingt es auf diese Weise nicht, genügend Freiwillige für die Bundeswehr zu gewinnen, kann der Bundestag die Wehrpflicht für alle Männer wieder in Kraft setzen.

Bert Gedenk vermutet, dass dies bald geschehen könnte. Spätestens dann müsste der Bundestag auch klären, ob der Zivildienst oder gleichwertige Ersatzdienste wieder eingeführt werden. Gedenk betont zudem: „Im Falle eines militärischen Krisen- oder Spannungsfalls in Deutschland können alle Männer zwischen 18 und 60 Jahren zum Wehrdienst herangezogen werden – es sei denn, sie sind als Kriegsdienstverweigerer anerkannt.“

Bert Gedenk war viele Jahre lang Friedensbeauftragter der Evangelisch-reformierten Kirche. Vor seinem Theologiestudium verweigerte er 1981 den Wehrdienst und absolvierte Zivildienst bei der AWO in Nordhorn (Grafschaft Bentheim).