Abschied von Friedhelm Stemberg
Die Evangelisch-reformierte Kirche trauert um Pastor Friedhelm Stemberg, seit sechs Jahren Mitglied des Moderamens der Gesamtsynode. Stemberg verstarb unerwartet während der Tagung der Gesamtsynode in Emden in der Nacht vom 4. auf den 5. März.
Der Gottesdienst zu seiner Beisetzung fand heute wegen der Umstände der Pandemie im engsten Familienkreis statt. Für das Moderamen und für den Kirchenrat seiner Gemeinde in Neuenkirchen (Schwanewede) konnten je zwei Mitglieder daran teilnehmen.
Kirchenpräsident Martin Heimbucher schreibt dazu:
„Friedhelm Stemberg fehlt. Er fehlt seinen Angehörigen. Er fehlt in seiner Gemeinde. Und er fehlt auch im Moderamen, unserem gesamtkirchlichen Leitungsgremium.
Als ausgebildeter Gemeindeberater brachte er einen nüchternen, systemischen Blick in die Beratungen ein. Er gehörte zu den Vordenkern des gesamtkirchlichen Impulsprozesses. Unvergessen ist auch seine originelle Rucksack-Andacht im Dialog mit Reinhild Gedenk bei der Auftaktveranstaltung in der Johannes a Lasco-Bibliothek.
Mit beharrlichen Hinweisen auf ungelöste Probleme war Friedhelm Stemberg keine bequeme, aber eine immer konstruktive Stimme im Moderamen. Auf der ersten digitalen Synode im Januar leitete er als stellvertretender Präses die Nachmittagssitzung souverän und mit Humor.
Als Mitglieder des Moderamens waren wir mit Friedhelm Stemberg im Austausch an den beiden letzten Tagen seines Lebens – was niemand von uns ahnte. Es waren erfüllte Tage mit intensiven, auch persönlichen Gesprächen. Er blickte dankbar zurück und hoffnungsfroh voraus. Er war ganz da.
So auch bei den Gebeten, die er für uns im Moderamen und auf der Synode sprach, meist mit sorgfältig ausgesuchten gereimten Versen. Für den Abschluss des ebenso anstrengenden wie erfolgreichen Synodentages mit der Wahl der neuen Kirchenpräsidentin hat Friedhelm Stemberg eigens eine umfassende Fürbitte formuliert für den weiteren Weg unserer Kirche. Dieses Gebet war sein eindrucksvolles letztes Wort im Plenum der Synode.
Wir sind traurig. Wir sind dankbar. Und wir wissen Friedhelm Stemberg geborgen im Erbarmen des lebendigen Gottes:
Du führest mich vom Tod zum Lebenslicht,
mein Aug ist froh, mein Fuß wird nicht mehr gleiten.
Du wirst im Land der Lebenden mich leiten,
ich wandle fort vor deinem Angesicht.“
(Reimpsalm 116, Strophe 5)
12. März 2021
Ulf Preuß, Pressesperecher

