Ran an Glaube und Hoffnung
500 Jahre nach Luthers Reformation die Kernfragen des christlichen Glaubens „auf die Straße bringen“ – das ist das Ziel einer Aktion der christlichen Kirchen in Nordhorn. Seit gestern laden drei große „Thesencontainer“ zur Auseinandersetzung mit „Glaube“, „Hoffnung“ und „Liebe“ ein.
„Glaube“ ist das Oberthema des himmelblauen Thesencontainers, der seit gestern am Nordhorner Bahnhof steht. Um „Hoffnung“ geht es in einem lindgrünen Container an der Euregio-Klinik, und die „Liebe“ steht in blassem Rot auf dem Büchereiplatz vor dem Stadthaus II. Die fünf Meter langen, zweieinhalb Meter breiten und zweieinhalb Meter hohen begehbaren Infoboxen laden die Passanten ein, ranzugehen an diese Kernthemen der Theologie, sich anhand von Bildern und kurzen Texten mit dem jeweiligen Thema zu beschäftigen und eigene Ansichten zu formulieren.
„Anliegen der Reformation vor 500 Jahren war es unter anderem, Fragen des Glaubens und des Lebens auf neue Weise mit den Menschen in Kontakt zu bringen“, sagt der altreformierte Pastor Dieter Wiggers, einer der Initiatoren der Aktion. Luther habe vor 500 Jahren „dem Volk aufs Maul schauen“ wollen. Sein Ziel sei gewesen, dem Evangelium eine verstehbare Sprache zu geben. Wiggers: „Die Reformation wollte die Theologie auf die Straße bringen und umgekehrt das alltägliche Leben wieder neu in die Theologie einbauen.“ Genau das sei auch das Ziel des „Boxenstopps 2017“. Die drei Boxen „Glaube, „Hoffnung“ und „Liebe“ sollen die Besucher zum Nachdenken und zur eigenen Meinungsäußerung anregen. Eigene Meinungen können die Besucher in jedem Container an einem Schreibfeld verewigen.
500 Jahre nachdem Martin Luthers 95 Thesen die Kirche radikal veränderten, gedenken evangelische und katholische Christen in diesem Jahr erstmals gemeinsam dieses radikalen Umbruchs. Deshalb hat in Nordhorn die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) die Aktion „Boxenstopp“ entwickelt. Die ACK ist das gemeinsame Sprachrohr der katholischen, evangelisch-reformierten, altreformierten, lutherischen und freikirchlichen Gemeinden in Nordhorn.
Gebaut wurden die großen Holzcontainer von Schülern der Berufsfachschule Bautechnik an den Gewerblichen Berufsbildenden Schulen Nordhorn. Sie haben unter Anleitung ihres Fachlehrers Ludger Kwade im Rahmen ihrer Schülerfirma „Bau- Team“ in mehrwöchiger Arbeit die Holzrahmenkonstruktionen erstellt. Jörg Richter und Gisa Ekkel lieferten das Layout, Firmen und Privatpersonen unterstützten die Umsetzung. Bis zu den Sommerferien sollen die Container an wechselnden Standorten im Stadtgebiet stehen, sie werden also alle ein bis zwei Wochen versetzt. An jedem Standort kümmert sich ein Betreuungsteam um die Container.
Kommentare zur Aktion Boxenstopp können Interessierte ab sofort auch online auf der Internetseite der ACK unter dem Menüpunkt „Boxenstopp“ posten. www.ack-nordhorn.de
Von Rolf Masselink, Grafschafter Nachrichten
27. April 2017

