Osnabrück ist erste „Faire Gemeinde“

Osnabrück ist die erste „Faire Gemeinde“ in der Evangelisch-reformierten Kirche. Am Sonntag trat die Gemeinde offiziell der ökumenischen Aktion bei. Thomas Fender, Pastor für Ökumene der Evangelisch-reformierten Kirche, hielt im Gottesdienst die Predigt und übergab anschließend eine Urkunde. Darin verpflichtet sich die Kirchengemeinde, in ihrer Arbeit besonders auf den Einsatz von fair gehandelten und ökologischen Produkten zu achten.

Ökumenepastor Thomas Fender rief in seiner Predigt über ein Wort des Propheten Jesaja zu Mitverantwortung auf. Er sagte: „Wir können uns nicht damit herausreden, dass die Weltlage nun einmal so ist, wie sie ist. Wir können uns nicht damit entschuldigen, dass wir die globalen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen schließlich nicht gemacht haben – natürlich haben wir das nicht, aber wir leben hier ganz gut damit.“ Jesaja fordere in seiner Rede zweierlei: Strukturen zu verändern und damit Unrecht zu beseitigen sowie akute Not zu lindern. Es geht darum, wie wir nach Gottes Willen in dieser Welt leben sollen.

Mit dem Beitritt zur Aktion „Faire Gemeinde“ haben sich die Osnabrücker verpflichtet, sieben ökologische und faire Kriterien  regelmäßig zu erfüllen. So will die Gemeinde bei Veranstaltungen fair gehandelte und biologische Lebensmittel verwenden und auch beim Blumenschmuck das Transfair-Siegel beachten. Durch eigene Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit solle das ökofaire Handeln gestärkt werden. Außerdem achte die Gemeinde darauf Energie einzusparen und benutze kein Einweggeschirr. Pastor Günter Baum sagte, dass die Gemeinde schon seit langer Zeit fair gehandelten Kaffee trinke. Mit dem Beitritt zur Aktion Faire Gemeinde wolle die Gemeinde ihr Engagement jetzt noch verstärken und dies nach außen auch deutlich zeigen. „Wir können mit unserem Kaufverhalten zur Bewahrung von Gottes Schöpfung und zu einem gerechten Umgang mit unseren Mitmenschen beitragen“, so Günter Baum.

Bei einem Empfang nach dem Gottesdienst informierte Dirk Steinmeyer von der Süd-Nord-Beratung über die Aktion „Faire Gemeinde“. Seit Sommer dieses Jahres können sich auch evangelisch-reformierte Gemeinden daran beteiligen. Die Landeskirche forderte im August ihre 145 Kirchengemeinden zur Mitwirkung auf. Schon seit einiger Zeit zeigen evangelisch-lutherische und katholische Gemeinden damit ihren Einsatz für weltweite Gerechtigkeit.

Weitere Informationen: http://reformiert.de/faire-gemeinde.html


11. September 2016
Ulf Preuß, Pressesprecher


Foto unten: Mit der Urkunde "Faire Gemeinde": Max Ciolek (Designagentur), Frauke Licht und Gisela Huckriede (beide Kirchenrat Osnabrück), Thomas Fender, Dirk Steinmeyer (Süd-Nord-Beratung)

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