Konföderation soll verändert werden
Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen wollen die gemeinsame Konföderation in ihrer bisherigen Form aufgeben. Die 48 Synodalen erwogen bei ihrer Tagung am Sonnabend in Hannover auch, das Kirchenparlament aufzulösen. Zwei Arbeitsgruppen hatten im vergangenen Jahr nach Wegen für eine weitere Zusammenarbeit gesucht. Vor vier Jahren war der Versuch, eine einheitliche Kirche in Niedersachsen auf den Weg zu bringen, am Widerstand der kleineren Kirchen gescheitert.
Seitdem beraten die Kirchen von Braunschweig, Hannover, Oldenburg,
Schaumburg-Lippe und die Evangelisch-reformierte Kirche, wie sie ihre
gemeinsamen Angelegenheiten künftig wahrnehmen wollen. Sie
repräsentieren zusammen vier Millionen Mitglieder. Bei einer Abschaffung
der Konföderation müsste die Zusammenarbeit auf der Grundlage des
Loccumer Vertrages aus dem Jahr 1955 neu bestimmt werden. Darin hatten
sich die Kirchen gegenüber dem Land verpflichtet, Fragen wie die
Theologen-Ausbildung, den Religionsunterricht an Schulen oder die
Denkmalpflege gemeinsam zu regeln.
Die Arbeitsgruppe "Zukunft Konföderation 2015" ist zu dem Ergebnis
gekommen, dass eine weitere Zusammenarbeit der Kirchen auch möglich sei,
wenn die Konföderation ihre synodale Struktur aufgibt. Bisher
gemeinsame Bereiche wie die Verabschiedung von Kirchengesetzen könnten
an die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und zurück an die
Landeskirchen delegiert werden. Dann könne ein gesetzgebendes Organ wie
die Synode entfallen.
Noch ist allerdings völlig unklar, wie dieses Modell aussehen könnte.
Einig waren sich die Synodalen lediglich darüber, dass die Pläne schnell
konkretisiert werden müssen, um sie den einzelnen Kirchen zu ihren
Frühjahrstagungen zur Abstimmung vorzulegen. Der bisherige
Konföderationsvertrag verlängert sich um weitere sechs Jahre, sofern er
nicht von einer der Kirchen bis Ende 2013 gekündigt wird. Die
hannoverschen Kirchenparlamentarier unterstrichen, dass ihre Pläne zur
Kündigung des Vertrages noch nicht vom Tisch seien.
In seinem Bericht vor der Synode sagte der Ratsvorsitzende der
Konföderation, Ralf Meister, unabhängig von allen Strukturüberlegungen
müsse der Kampf Thema Armut unbedingt eine gemeinsame Aufgabe aller
Kirchen bleiben. Die steigende Quote der Armutsgefährdung in
Niedersachsen von 14,5 auf 15,2 Prozent innerhalb des vergangenen Jahres
sei alarmierend, betonte der hannoversche Landesbischof.
Außerdem verabschiedete die Synode den Haushalt für 2013 und 2014. Mit
4,8 und 4,9 Millionen Euro ist er im Vorgleich zu den Vorjahren um
jeweils eine halbe Million Euro gestiegen. Unter anderem werden die
finanziellen Mittel für die Mitarbeiterverbände aufgestockt. Außerdem
soll mehr Personal für den Religionsunterricht an Schulen eingestellt
werden. (epd)
14. März 2013

