Informationen aus Ghana und Togo aus erster Hand
Bei einem Spender- und Unterstützertreffen in Leer hat die Norddeutsche Mission über ihre Arbeit informiert. Förderer und Unterstützer aus den evangelisch-reformierten Kirchengemeinden erhielten dabei Informationen aus erster Hand. Der Moderator der Presbyterianischen Kirche Ghanas, Francis Amenu, und der Moderator der Presbyterianischen Kirche in Togo, Imanuel Awanyoh, sowie ihr Synodensekretär Frédéric Bebefe berichteten aus ihren Ländern und ihren Kirchen.
In Ghana, so Francis Amenu, herrsche jetzt nach einigen Monaten Ungewissheit über das Ergebnis der Präsidentschaftswahl relative politische Stabilität. Anders als im Nachbarland Nigeria gebe es zwischen den Christen und Muslimen in Ghana keine Probleme. Amenu, der seit kurzem auch Vorsitzender des Christenrats der Kirchen in Ghana ist, berichtet über zwei sehr erfolgreiche Projekte der Evangelisch-presbyterianischen Kirche. Mit einem Straßenkinderprojekt werde Kindern ohne Familie und Wohnung geholfen. Seit kurzem gebe es für junge Mütter Hilfe, die in jungen Jahren schwanger wurden und sehr oft von den Vätern der Kinder verlassen wurden.
Frédéric Bebefe aus Togo konnte von keiner stabilen politischen Lage berichten. Seit Jahrzehnten werde das Land von der Familie Gnassingbé regiert. Nach dem Tod von General Gnassingbé Eyadéma 2005 kam dessen Sohn Faure an die Macht. Im Land gebe es großen Unmut gegen ihn und seine Partei, die im Sommer erneut die Parlamentswahlen gewann. Die Evangelisch-prebyterianische Kirche in Togo habe sich in einem Brief an die Regierung gewandt. Bebefe beklagte besonders die Situation in den Gefängnissen des Landes. Dort herrschten schlimme Lebensverhältnisse. Auf Nachfrage aus dem Publikum berichtet Moderator Awanyoh von häufig vorkommender Perspektivlosigkeit bei jungen Menschen. Diese verließen oft das Land und darunter seien auch einige, die versuchten, über den Weg über das Mittelmeer nach Europa zu kommen.
Emanuel Noglo, aus Togo stammender, neuer Mitarbeiter der Norddeutschen Mission, informierte über den neuen Projektbereich, den er betreut. Unter der Überschrift „Globalisierung Konkret: Klimagerechtigkeit“ wolle die NM einen globalen entwicklungspolitischer Bereich so thematisieren, dass seine Bedeutung sowohl im jeweiligen lokalen Kontext als auch in seiner wechselseitigen Abhängigkeit für Gemeinden und Mitgliedskirchen in Westafrika und Norddeutschland erkennbar ist.
Für die Evangelisch-reformierte Kirche betonte Kirchenpräsident Martin Heimbucher die Bedeutung von Partnerschaftsarbeit. Gegenseitige Gespräche und Kontakte böten die Gelegenheit, Orientierungen für das Leben und für den Glauben zu finden. Die Norddeutsche Mission lud erstmals zu dieser Form eines Spender- und Unterstützertreffens ein. Dazu kamen am 11. Dezember etwa 35 Unterstützer aus den Kirchengemeinden ins Rathaus nach Leer.
12. Dezember 2013
Ulf Preuß, Pressesprecher
Foto: Frédéric Bebefe, Synodensekretär der Presbyterianischen Kirche in Togo; Hannes Menke, Generalsekretär der NM; Bertille Maditoma Hetcheli, stellvertetende Vorsitzende der NM (Togo); Dietmar Arends, Vorsitzender der NM; Francis Amenu, Moderator der Presbyterianischen Church in Ghana; Martin Heimbucher, Kirchenpräsident der Evangelisch-reformierten Kirche; Imanuel Awanyoh, Moderator der Presbyterianischen Kirche in Togo

