70 Jahre an der Orgel
Seit 70 Jahren spielt Wilhelm Garen in der evangelisch-reformierten Gemeinde Holthusen (Rheiderland) die Orgel. An letzten Sonntag feierte die Gemeinde dieses seltene Jubiläum. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gibt es in der Landeskirche keinen Organisten, der so lange schon dabei ist. Wilhelm Garen breche mit diesem Jubiläum alle Rekorde, sagte Moderamensmitglied Jakobus Baumann.
Der 84-jährige Wilhelm Garen lernte das Orgelspiel in seiner Familie. Sein Vater begleitete die Abendgottesdienste in der Gemeinde musikalisch. Garen begann als 10-Jähriger mit dem Klavierunterricht und spielte zu Hause zunächst am Harmonium. Schrittweise stieg er in die Kirchenmusik ein. Es begann zuerst mit dem einen oder anderen Orgelvor- oder –nachspiel und dann mit der Begleitung eines Gemeindeliedes. Als 14-Jähriger schließlich begleitete er seinen ersten kompletten Gottesdienst. Besonders erinnern kann er sich an den Weihnachtsgottesdienst 1946, als die Holthuser Orgel nach der Beschädigung im Zweiten Weltkrieg wieder bespielbar war. „Es war eine große Freude, dass der Gemeindegesang wieder begleitet werden konnte.“
Auch heute noch spielt Wilhelm Garen nahezu jeden Sonntag im Gottesdienst die Orgel. Besonders gern mag er die beliebten Kirchenlieder, etwa Psalm 118 „Dankt, dankt dem HERRN“ oder „Großer Gott wir loben dich“ (eg 331). Stets ist er gut vorbereitet, sagt Pastorin Jana Metelerkamp. Eine große Freude für Garen war es 1972, als die Gemeinde eine neue Orgel bekam. 1985, im Alter von 52 Jahren, legte er noch die Organistenprüfung beim damaligen Landeskirchenmusikdirektor Harald Vogel ab.
12. Dezember 2017
Ulf Preuß, Pressesprecher
Foto: Wilhelm Garen an der Holthuser Orgel.

