Diakonische Konferenz zum Thema Toleranz

Kirchenpräsident Jann Schmidt, hat gegenseitige Toleranz als eine Voraussetzung für das diakonische Handeln der Kirchen bezeichnet. Er sagte vor der Diakonischen Konferenz am 28. September in Braunschweig, dass jeder Mensch Spielräume, Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten für ein gelingendes Leben brauche. Ausgehend von dem biblischen Motte der Tagung, „Nehmet einander an“ aus dem Brief des Paulus an die Römer, bezeichnete Schmidt diakonisches Handeln nicht als das Annehmen oder Verteilen von Almosen. „Hilfe geben und Hilfe bekommen ist nichts anderes als die Umsetzung des Rechts auf Hilfe, dass jedem und jeder in Kirche und Gesellschaft zusteht.“ Früher hätte es geheißen, Kirche und Diakonie stehen an der Seite der Armen. Heute müsste es heißen, „Arme sind ebenso wie die Reiche ein Teil der Kirche und ein Teil der Diakonie“.

Kirchenpräsident Jann SchmidtSchmidt bezeichnete in seinem Vortrag am Vormittag die Diakonie als ein Wesensmerkmal von Kirche. Seit den Tagen der Urchristenheit engagierten sich Christinnen und Christen für das soziale Wohl der Gesellschaft. „In ihrer diakonischen Arbeit übernimmt die Kirche Verantwortung in der Gesellschaft und Verantwortung für die Gesellschaft.“ Als aktuelle Handlungsfelder nannte Schmidt die Bekämpfung von Armut und ganz besonders Kinderarmut sowie die Flüchtlingsarbeit.

Die Diakonische Konferenz tagte in diesem Jahr in Braunschweig. Etwa 100 Teilnehmer kamen dazu in die Bartholomäuskirche der Braunschweiger Gemeinde. Sie vertieften am Nachmittag das Jahresthema ‚Toleranz‘ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) anhand kirchlicher und diakonischer Handlungsfelder. Es fanden Arbeitsgruppen statt zu Themen wie dem Umgang mit Sinti und Roma, der Gewährung von Kirchenasyl und der Haltung zu Inklusionskonzepten in Bildungseinrichtungen und in der Gesellschaft.

In seinem Jahresbericht thematisierte der Vorsitzende des Diakonischen Werkes, Pastor Dietmar Arends, die aktuelle Diskussion zur Beschäftigung von Personen muslimischen Glaubens in der Diakonie, angestoßen mit einem Papier des Diakonieausschusses. Darin stehe dieser einer Öffnung beim kirchlichen Arbeitsrecht positiv gegenüber, um eine interkulturelle Öffnung voranzubringen. An der Beschäftigung im kirchlichen Raum lasse sich auch der eigene Anspruch, Integration zu fördern, messen, so Arends. An vielen Orten habe die Realität die Theorie längst überholt und in diakonischen Einrichtungen brauche man die Mitarbeit von Menschen, die keiner christlichen Kirche angehören. „Da geht es auch um die Frage von Qualität vor Konfession“. Arends sprach sich aber deutlich dafür aus, dass das kirchliche Profil erkennbar bleiben müsse. So sollten Mitarbeiterinnen muslimischen Glaubens in Kindertageseirichtungen, die dort beschäftigte seien, weil viele Kinder mit Migrationshintergrund dorthin kämen, die christlichen Inhalte und Werte mittragen. Die Arbeitsgruppe während der der Diakonischen Konferenz war ein weiterer Schritt der innerkirchlich breit angelegten Diskussion zu diesem Thema. Außerdem informierte Arends über die neu eingerichtet Fachberatung für Kindertagesstätten im Diakonischen Werk und die Pläne zur Gründung eines Diakonischen Werkes in Niedersachsen.

Der komplette Jahresbericht zum Nachlesen.

Die nächste Diakonische Konferenz tagt im Herbst des kommenden Jahres in Wybelsum bei Emden.

30. September 2013
Ulf Preuß, Pressesprecher

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